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LEADER+ ein Förderprogramm der EU wird vom BMLFUW (Bundesministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) für Österreich koordiniert.
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Leader+

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Was ist LEADER+?

Methode und Prinzipien

Nach zwei abgeschlossenen Programmperioden (LEADER I: 1991–1993, LEADER II: 1994–1999) läuft derzeit die Umsetzungsphase von LEADER+, einem Pilotprogramm für innovative Strategien in der ländlichen Entwicklung. Der Begriff „LEADER-Methode“ bezeichnet das Zusammenwirken von „sieben besonderen Merkmalen“ bzw. „Handlungsprinzipien“:

· Der territoriale Ansatz: Die Strategieentwicklung orientiert sich an den besonderen Gegebenheiten, Stärken und Schwächen eines Gebiets, das sich durch ein gewisses Maß an sozialer Zusammengehörigkeit, gemeinsamer Geschichte und Tradition sowie durch ein Bewusstsein gemeinsamer Identität auszeichnet.

· Der Bottom-up-Ansatz: Damit ist die Einbeziehung der lokalen AkteurInnen, der gesamten Bevölkerung sowie der sozialen und wirtschaftlichen Interessengruppen und öffentlichen und privaten Einrichtungen in die Entscheidungsfindung gemeint.

· Der partnerschaftliche Ansatz: Plattform und Motor der lokalen Entwicklung ist die lokale Aktionsgruppe – ein Zusammenschluss von Partnern aus öffentlichen und privaten Sektoren, die im Rahmen ihrer Partnerschaft eine gemeinsame Strategie und innovative Maßnahmen entwickeln und umsetzen.

· Der Innovationswert der Aktionen: Innovation heißt sowohl Erstmaligkeit als auch Hebelwirkung für dauerhafte Veränderung. Innovation ist somit mit Übertragung und Vernetzung eng verbunden.

· Der multisektorale Ansatz: Es geht nicht um noch so gescheite Einzelaktionen, sondern um die Integration von Aktionen in ein koordiniertes Gesamtkonzept, das neue Möglichkeiten für die lokale Entwicklung eröffnet.

· Vernetzung und grenzübergreifende Zusammenarbeit: Die Bildung von Entwicklungspartnerschaften und -netzwerken zwischen AkteurInnen unterschiedlicher ländlicher Regionen ist, falls sie gelingt, so anspruchsvoll wie veränderungswirksam. Dieses Handlungsprinzip wird von vielen VertreterInnen der Kommission als die eigentliche Quelle des „europäischen Mehrwerts“ der Politik für den ländlichen Raum angesehen.

· Dezentrale Management- und Finanzierungsmodalitäten: Die Spielräume für die Eigenverantwortung der lokalen Partnerschaften und programmverantwortlichen Stellen sind durch die Verfassungen der jeweiligen Mitgliedsstaaten zu sehr geprägt, als dass sich hier ein auch nur halbwegs einheitliches Bild ergeben hätte. In einigen Ländern (Irland) und Regionen (Spaniens, Italiens) jedenfalls verwalten die lokalen Partnerschaften den Globalzuschuss, was für die lokale Governance eine völlig neue Qualität bedeutet.

Im Rahmen des Reformpaketes Agenda 2000 wurden u.a. die Regelungen für die EU-Regionalförderung neu festgelegt. Mit der allgemeinen Strukturfondsverordnung wurden vier Gemeinschaftsinitiativen geschaffen, wobei die Gemeinschaftsinitiative LEADER+ der Förderung von Innovationen im ländlichen Raum dient. Gemeinschaftsinitiativen sind als Interventionsinstrument dadurch gekennzeichnet, dass die Europäische Kommission selbst die Aktionsbereiche der Programme formuliert und ihre eigenen Zielvorstellungen definiert, wenngleich die Mitgliedstaaten in die Konzeption mit einbezogen werden. Die Kommission bezeichnet die Gemeinschaftsinitiativen als Ergänzung zu den finanziell weit höher dotierten Zielprogrammen oder auch als "Experimentierwerkstätten". LEADER+ ist im Unterschied zu den Zielgebietsprogrammen im gesamten ländlichen Raum möglich. Damit werden die Möglichkeiten, die die Programme zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums bieten, um eine zusätzliche innovative Dimension erweitert.

Die Umsetzung von LEADER+ hat entsprechend den Vorgaben der EU in begrenzten Gebieten zu erfolgen, die in einem Auswahlverfahren zu bestimmen sind. Für eine Teilnahme an LEADER+ kommen ländlich geprägte Regionen in Frage, die in geographischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht eine homogene Einheit bilden.

Wesentliche Elemente dieser Initiative sind die Bevorzugung integrierter regionaler Entwicklungsstrategien gegenüber sektorspezifischen Aktionen, die besondere Betonung des Mitwirkens der lokalen Bevölkerung an der gebietsbezogenen Entwicklung sowie die intensive Zusammenarbeit und Vernetzung der ländlichen Gebiete.

Gemeinschaftsinitiative LEADER+ in Österreich

Die Europäische Kommission genehmigte am 26. März 2001 das "LEADER+ Programm Österreich" für die Strukturfondsperiode 2000 - 2006. Das österreichische LEADER+ Programm ist damit - gemeinsam mit dem finnischen Programm - das erste von der Kommission genehmigte LEADER+ Programm. Mit dem raschen Verhandlungsabschluss demonstrierte Österreich erneut seine führende Position in Angelegenheiten der ländlichen Entwicklung, die bereits im Vorjahr mit der ebenso raschen wie erfolgreichen Verhandlung des "Österreichischen Programms für die Entwicklung des ländlichen Raums" unter Beweis gestellt wurde. Unmittelbar nach der Programmgenehmigung veröffentlichte das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft am 30.03.2001 einen Aufruf zur Beteiligung am österreichischen LEADER+ Programm. Der Aufruf gab interessierten Regionen die Möglichkeit, bis Ende Mai 2001 Vorschläge über die zukünftige Entwicklung ihres Gebietes in Form von regionalen Entwicklungsplänen vorzulegen. Die Teilnahme am LEADER+ Programm Österreich ist nur für als "Lokale Aktionsgruppen" organisierte Regionen unter Erfüllung bestimmter, von der Europäischen Kommission genehmigter Kriterien möglich. Die Kriterien zur Auswahl der Lokalen Aktionsgruppen verlangen von diesen vor allem ein professionelles Management, ein dementsprechendes Organisationskonzept sowie die verbindliche Zusage über die Aufbringung ausreichender Eigenmittel. Besonderes Augenmerk wurde bei der Auswahl auf einen sektorübergreifenden, pilothaften Entwicklungsansatz gelegt. Als wichtige Anforderungen galten zudem die Schritte und Methoden zur Strategiefindung, wobei die Einbindung der relevanten regionalen Akteure in den Prozess von zentraler Bedeutung war. Die Einhaltung dieser Kriterien wurde anhand der eingereichten Entwicklungspläne von einem aus Vertretern des Bundes und der Bundesländer zusammengesetzten Gremium überprüft, welches schließlich am 25.06.2001 die Auswahl der Lokalen Aktionsgruppen vornahm.

Das österreichische LEADER+ Programm

Das österreichische LEADER+ Programm wurde im ersten Halbjahr 2000 erarbeitet und nach positiver Kenntnisnahme durch den Ministerrat am 13. Juli 2000 bei der Europäischen Kommission eingereicht, die das Programm am 26. März 2001 genehmigte. Leitziel des österreichischen LEADER+ Programms ist es, den ländlichen Raum in seiner Funktionsfähigkeit als Lebens- und Wirtschaftsraum unter Bewahrung und Unterstützung regionaler Identitäten zu erhalten und zu entwickeln.

Das LEADER+ Programm Österreich weist für die Strukturfondsperiode 2000 - 2006 ein Finanzvolumen von etwa 1,42 Milliarden Schilling an öffentlichen Mittel auf, wovon 1,04 Milliarden durch die Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Garantie- und Ausrichtungsfonds für die Landwirtschaft, Abteilung Ausrichtung (EAGFL-A) bereitgestellt werden. Die nationalen öffentlichen Mittel in Höhe von etwa 400 Millionen werden vom Bund und von den acht programmbeteiligten Bundesländern getragen. Den größten Anteil an der nationalen Finanzierung übernimmt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Umwelt, das aucht die Gesamtverantwortung für das LEADER+ Programm Österreich innehat. Unter Berücksichtigung der obligatorischen privaten Beteiligung beträgt das Programmvolumen über 2,2 Milliarden Schilling.

Obwohl das Leader+ Programm ausschließlich aus dem Agrarfonds der EU kofinanziert wird, sind die Aktionsfelder aller drei EU-Strukturfonds förderfähig. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zum Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums, welches zur Entwicklung der ländlichen Gebiete nur die in Art. 33 der VO 1257/99 genannten Fördergegenstände zulässt. Dies ermöglicht, Leader+ als integriertes Programm zu gestalten und gibt den ausgewählten Lokalen Aktionsgruppen weitgehende Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Maßnahmen, die sie zur Entwicklung ihrer Region umsetzen wollen. Das neue Leader+ Programm verwirklicht jenen Ansatz, welcher in der Literatur der Regionalentwicklung als "bottom up approach" bezeichnet wird, in einem hohen Masse.

Die 56 nunmehr ausgewählten Gebiete umfassen 1.119 Gemeinden in acht Bundesländern. Die Gesamtfläche dieser Gebiete beträgt 46.996 km² und ist Lebensraum für 2.175.079 Menschen.

Daten und Fakten?

Verteilung der LEADER+ Regionen in Österreich nach Bundesländern

Bundesland Anzahl LEADER+ Regionen Anzahl LEADER+ Gemeinden Hauptwohnsitze 2001 in LEADER+ Gemeinden LEADER+ Fläche in km²
Burgenland 2 91 125.299 1.952
Kärnten 4 110 308.787 8.239
Niederösterreich 15 259 537.374 10.725
Oberösterreich 11 160 353.394 5.743
Salzburg 6 86 259.747 5.995
Steiermark 12 289 429.782 9.808
Tirol 5 73 96.228 2.817
Vorarlberg 1 51 64.468 1.717
Österreich gesamt 56 1.119 2.175.079 46.996

Finanzielle Eckpunkte des LEADER+ Programms Österreich (in Euro)
Schwerpunkt Gesamtmittel EAGFL-A-Mittel nationale öffentl. Mittel Privatmittel
Titel 1 148.822.250 69.161.125 22.987.375 56.673.750
Titel 2 5.652.200 2.826.250 1.500.000 1.326.250
Titel 3 1.615.000 807.500 807.500 0
Technische Hilfe 5.410.250 2.705.125 2.705.125 0
Gesamt 161.500.000 75.500.000 28.000.000 58.000.000

Nationale Netzwerk Servicestelle LEADER+

Die Aufgabe der nationalen Netzwerk Service Stelle LEADER+ wurde öffentlich ausgeschrieben. Der Auftrag wurde der Bietergemeinschaft ÖAR, GFA und APV erteilt.

Die Nationale Netzwerk Servicestelle LEADER + hat für den Zeitraum der Strukturfondsperiode 2000 bis 2006 einschließlich des Nachrechnungszeitraums bis 2008 folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • Unterstützung der Lokalen Aktionsgruppen
  • Zusammenarbeit mit nationalen Bundes- und Landesstellen
  • Erfahrungsaustausch mit anderen nationalen Netzwerken
  • Erfahrungsaustausch mit LEADER + Netzwerken anderer Mitgliedstaaten
  • Zusammenarbeit mit der Europäischen Beobachtungsstelle LEADER
  • Unterstützung im Bereich des Titels 2 der Leitlinie für LEADER +, interterritoriale und transnationale Zusammenarbeit
  • Medienarbeit
  • Knowledge Management

Netzwerk-Servicestelle LEADER+
Luis Fidlschuster
ÖAR-Regionalberatung GmbH
Fichtegasse 2
A-1010 Wien
Tel: +43 1 512 15 95-12
Fax: +43 1 512 15 95-10
e-mail: fidlschuster@oear.co.at

Weitere Informationen finden Sie im Menüpunkt Netzwerkservice!

Abwicklungsstrukturen

Obwohl das LEADER+ Programm Österreich als nationales Programm konzipiert und genehmigt wurde, sind die Abwicklungsstrukturen entsprechend der föderalen Struktur Österreichs gestaltet. Dementsprechend ist in jedem der 8 programmbeteiligten Bundesländer eine Stelle im jeweiligen Amt der Landesregierung als programmverantwortliche Landesstelle (PVL) für LEADER+ benannt. Die PVL sind für die Abwicklung des Programms auf der Ebene der Einzelprojekte gemäß Titel 1 und 2 verantwortlich. Sie haben bei der Programmumsetzung umfangreiche Aufgaben zu erfüllen, die von der Beratung der ProjektträgerInnen hinsichtlich der Programmziele und der Voraussetzungen für die Gewährung einer LEADER+ Projektförderung bis zur Mittelauszahlung und Projektabrechnung reichen. Projekte gemäß Titel 1 und 2 sind unter Verwendung eines bundeseinheitlichen Antragformulars ausschließlich bei den PVL einzureichen. Bei Kooperationsprojekten müssen die LAGs auch den Genehmigungsstand des Projektes bei den Partner-LAGs angeben. Vor dem Start eines Kooperationsprojektes ist der Nachweis zu erbringen, dass bei allen PartnerInnen die Genehmigungsverfahren positiv abgeschlossen sind. Den PVL obliegt die Prüfung des Antrags auf Kohärenz mit dem LEADER+ Programm. Nach positiver Begutachtung durch die PVL und nach Abstimmung mit einem Koordinationsgremium der Förderstellen teilt die PVL den Projektantrag einer fachlich zuständigen Förderstelle auf Bundes- oder auf Landesebene zu. Die weitere fördertechnische Bearbeitung wird von der betroffenen Förderstelle durchgeführt. Fazit: Mit den PVL als Hauptansprechpartner für die LAGs konnte - soweit dies in einem föderalen System eben möglich ist - faktisch das "One-stop-shop-Prinzip" beim Beantragen einer LEADER+ Förderung eingeführt werden.

Verwaltungsbehörde LEADER+ Österreich

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wissenschaft
Lebensministerium
Abteilung II/6
DI Markus Hopfner
Stubenring 1, A-1010 Wien
Tel: +43 1 71100 6859
Fax: +43 1 71100 6507
e-mail: markus.hopfner@bmlfuw.gv.at